Gehörgangsentzündung

Wenn sich die Haut im äußeren Gehörgang entzündet, sprechen Mediziner von einer Gehörgangsentzündung. Bei der sogenannten Otitis externa ist der Bereich zwischen Ohrmuschel und Trommelfell meist mit Bakterien, Viren oder Pilzen infiziert. Die Krankheit geht häufig mit starken Ohrenschmerzen einher. Ebenso typisch sind Juckreiz, Flüssigkeitsabsonderungen und gerötete, geschwollene oder sich schuppende Haut an den Ohren. Wer häufig schwimmt oder taucht, hat ein höheres Risiko, eine Gehörgangsentzündung zu bekommen. Denn im Wasser können Viren und Co. leicht ins Ohr eindringen. Auch kleinste Verletzungen im Gehörgang begünstigen eine Entzündung. Die Erkrankung wird in der Regel mit örtlich wirkenden Medikamenten behandelt. Dazu zählen unter anderem Ohrentropfen und Ohrensprays. Häufig reinigt der Arzt auch das Ohr gründlich. Im Normalfall bessern sich die Beschwerden der Betroffenen dadurch innerhalb weniger Tage. Und nach ein bis zwei Wochen ist das Ohr vollständig geheilt.

Geruchsstörung

Bei Geruchsstörungen können Betroffene nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr riechen. Solche Riechstörungen werden auch Dysosmien genannt und können unterschiedlich stark auftreten. Ihre Ursache ist entweder sinunasal oder nicht-sinunasal. Zu den sinunasalen Ursachen zählen Erkrankungen der Nase oder Nasennebenhöhlen wie Entzündungen, Nasenpolypen oder Verkrümmungen der Nasenscheidewand. Sie beeinträchtigen das Riechvermögen, ohne dabei den Riechsinn an sich anzugreifen. Nicht-sinunasale Ursachen dagegen liegen zugrunde, wenn die Riechschleimhaut angegriffen ist, Geruchsreize nicht oder nur fehlerhaft an das Gehirn weitergeleitet werden oder das Gehirn diese falsch verarbeitet. Grund hierfür können Virusinfekte, starkes Rauchen, Verletzungen oder Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder eine Schilddrüsenunterfunktion sein. Auch das Alter kann eine Rolle spielen. Nicht-sinunasale Ursachen sind schwieriger zu behandeln als sinunasale, da bei letzteren meist Medikamente oder Operationen gut helfen.

Geschmacksstörung

Geschmacksstörungen (Dysgeusie) können verschieden stark auftreten. So kann es sein, dass Betroffene nur bestimmte Geschmacksrichtungen schmecken oder diese falsch wahrnehmen. Seltener kann es passieren, dass Menschen gar nichts mehr schmecken. Die Ursachen für Geschmacksstörungen sind sehr unterschiedlich: Epitheliale Ursachen wie beispielsweise virale Infektionen, Diabetes mellitus, Strahlentherapie oder Leber- und Nierenerkrankungen schädigen die Geschmacksknospen. Bei nervalen Ursachen können geschädigte Hirnnerven, zum Beispiel durch eine Ohr-OP, Zahnbehandlung oder einen Tumor, der Grund für den Geschmacksverlust sein. Zudem können zentralnervöse Erkrankungen wie Hirntumore, Vergiftungen oder bestimmte Epilepsieformen Auslöser der Dysgeusie sein. Um die Geschmacksstörung optimal zu therapieren, ist es daher dringend nötig, dass Betroffene bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt die Ursache klären. Denn bei so vielen unterschiedlichen Ursachen gibt es auch zahlreiche verschiedene Therapiemöglichkeiten.

Gleichgewichtsstörung

siehe Schwindelerkrankungen

Hörsturz

Bei einem Hörsturz haben Betroffene plötzlich auf einem Ohr Probleme mit dem Hören. Das kann so weit führen, dass die Person rechts oder links gar nichts mehr hört. Ein Hörsturz, auch Ohrinfarkt genannt, tritt unvorhergesehen auf. Meist ist keine offensichtliche Ursache wie ein lauter Knall oder ein anderes Geräusch zu erkennen. Neben der verminderten oder gar vollständig abhanden gekommenen Hörfähigkeit gehört Schwindel zu den möglichen Symptomen. Auch Ohrgeräusche oder ein dumpfes Gefühl im Ohr sind typisch. Ein Hörsturz tritt vermehrt bei Menschen um das 50. Lebensjahr herum auf. Doch auch jüngere oder ältere können daran leiden. In etwa der Hälfte der Fälle normalisiert sich das Gehör ohne Behandlung nach kurzer Zeit. Halten die Symptome jedoch länger als ein paar Tage an, sollten Betroffene sich untersuchen lassen. Der Arzt findet dann heraus, ob es sich um einen Hörsturz handelt – oder eine andere Krankheit hinter den Beschwerden steckt. Er entscheidet dann, welche Therapie nötig ist. Betroffene sollten zudem Stress vermeiden und sich erholen.

Hyposensibilisierung

Allergische Beschwerden (Hyposensibilisierung)

Bei Menschen, die an einer Allergie leiden, reagiert das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Stoffe. Das können zum Beispiel Pollen, Medikamente, Hausstaubmilben oder das Fell von Tieren sein. Auch auf Nahrungsmittel können Menschen allergisch reagieren. Typische Symptome bei Allergien sind unter anderem Schnupfen, Husten und Niesen, tränende Augen, Juckreiz und Hautausschlag. Auch Atemprobleme, geschwollene Schleimhäute oder Probleme im Magen-Darm-Trakt können auftreten. Eine Allergie kann in vielen Fällen mit einer sogenannten Hyposensibilisierung behandelt werden. Bei dieser spezifischen Immuntherapie (Allergen-Immuntherapie) lernt das Immunsystem, den spezifischen Stoff (Allergen) zu tolerieren. Dadurch nehmen die Beschwerden ab, sind jedoch meist weiterhin in geringem Maße vorhanden. Je nach Behandlung spritzt der Arzt oder die Ärztin das Allergen in den Oberarm des Patienten oder die Betroffene muss regelmäßig Tropfen oder Tabletten einnehmen. Ob eine Hyposensibilisierung in Frage kommt, entscheidet der behandelnde Arzt beziehungsweise die behandelnde Ärztin.

Infusionstherapie

Bei einer Infusionstherapie verabreicht das medizinische Fachpersonal dem Patienten einen Wirkstoff direkt in die Vene. So gelangt dieser direkt in das Blut und schneller als bei Tabletten zu dem Körperteil oder Organ, das entzündet oder von einer anderen Krankheit betroffen ist. Im Bereich Hals-Nasen-Ohren werden Infusionen meist bei Erkrankungen des Ohrs eingesetzt. Dazu zählen unter anderem der Hörsturz, Tinnitus und die Mittelohrentzündung. Auch bei Schwindelsyndromen kann eine Infusion hilfreich sein. In der Regel setzen Ärzte hierbei auf eine Infusionstherapie mit Kortison, da diese entzündungs- und wachstumshemmend wirkt. Ob eine Infusion sinnvoll ist, entscheidet der behandelnde Arzt. Er legt fest, wie viele Infusionen über welchen Zeitraum verabreicht werden sollen. Zudem informiert er über die Kosten der Behandlung, da die gesetzlichen Krankenkassen diese meist nicht übernehmen. Eine Infusionsbehandlung dauert etwa 30 bis 45 Minuten und wird ambulant – also vor Ort in der Praxis oder im Krankenhaus – durchgeführt.

Kehlkopfentzündung

Kehlkopfentzündungen können sowohl akut als auch chronisch auftreten. Hinter der Erkrankung, die medizinisch Laryngitis heißt, steckt meist eine entzündete Kehlkopfschleimhaut. Die Betroffenen haben in der Regel mit Heiserkeit zu kämpfen, teilweise verlieren sie ihre Stimme für die Dauer der Erkrankung komplett. Auch ein rauer, bellender Husten, Atembeschwerden und Halsschmerzen können auftreten. Ursache für eine akute Kehlkopfentzündung ist in der Regel eine Virusinfektion. Diese wird mit schleimlösenden und entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Zudem hilft es, die Stimme zu schonen und Dampf zu inhalieren, sodass die Erkrankung in der Regel innerhalb weniger Tage ausheilt. Sind Bakterien der Grund für die Laryngitis, kommen Antibiotika zum Einsatz. Eine chronische Kehlkopfentzündung entsteht unter anderem durch das Einatmen von Schadstoffen (zum Beispiel durch Rauchen) oder dadurch, dass Magensäure in Speiseröhre und Rachen zurückfließt. Auch eine Überlastung der Stimme kann der Auslöser sein. Die Therapie der chronischen Laryngitis ist abhängig von ihrer Ursache.

Labyrinthitis

Entzündungen des Innenohrs (Labyrinthitis)

Bei einer Labyrinthitis ist das knöcherne Labyrinth des Innenohrs entzündet. Es ist für den Gleichgewichtssinn und das Gehör verantwortlich. Menschen, die von dieser Erkrankung betroffen sind, leiden meist unter Schwindel, Übelkeit, Ohrenschmerzen und einer verminderten Hörfähigkeit. In manchen Fällen begleitet auch ein Tinnitus die Innenohrentzündung. Die Ursachen für eine Innenohrentzündung können unterschiedlich sein. Häufig sind Bakterien oder Viren der Grund für die Entzündung. Doch auch allergische Reaktionen und extremer Stress können der Auslöser sein. In manchen Fällen ist die Krankheit Folge einer Mittelohrentzündung oder einer Erkältung. Ob eine Labyrinthitis vorliegt, diagnostiziert der Arzt. Da die Symptome anderen Erkrankungen der Ohren ähneln, lässt sich dies von Laien schwer erkennen. Eine Innenohrentzündung wird häufig mit passenden Antibiotika oder entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Welche das sind, entscheidet der Arzt je nach Krankheitsbild. Auch Ruhe hilft dem Ohr, sich zu regenerieren.

Mandelentzündung

Eine Mandelentzündung wird auch Tonsillitis oder Angina tonsillaris genannt. Dabei sind die Gaumenmandeln schmerzhaft entzündet, gerötet und geschwollen. Betroffene leiden zusätzlich häufig unter Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und hohem Fieber. Auch Mundgeruch und Kopfschmerzen können auftreten. Ursache für eine Mandelentzündung ist meist eine Virusinfektion, in manchen Fällen infizieren sich die Mandeln anschließend noch mit Bakterien und eitern. Eine eitrige Mandelinfektion ist hochansteckend, weshalb Betroffene erst nach Beginn der Therapie wieder Kontakt zu anderen haben dürfen. Eine akute Mandelentzündung heilt in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen von selbst ab, wobei fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen unterstützend wirken. Bei eitrigen Mandelentzündungen kann zudem die Einnahme von Antibiotika sinnvoll sein. Kehrt die Mandelentzündung häufig zurück oder wird chronisch (hält länger als drei Monate an), kann es unter Umständen helfen, die Mandeln operativ entfernen zu lassen.